90 Jahre Rudern in Hildesheim

Rückblick auf 90 Jahre Rudern in Hildesheim

1927 – 1937

Die ersten 10 Jahre in der Geschichte des Hildesheimer Ruder-Club waren die Herren unter sich. Zwölf vom Rudersport begeisterte Herren nutzten die Gunst der Stunde. Sie gründeten die „Hildesheimer Ruder-Riege“ am gerade fertiggestellten Stichkanal zum Mittellandkanal, übrigens noch bevor der Hafenbetrieb seine Arbeit aufnahm. Schon 1928 wurde die Riege in Club umbenannt, blieb aber in den ersten 10 Jahren eine reine Herrenangelegenheit. Erste Siege auf Regatten konnten errungen werden.

1937 – 1947

Die Damen hatten sich bereits 1932 in der Hildesheimer Damen-Riege zusammen gefunden und hatte ihren Standort am Bootshaus der „Höheren Schulen“. Die Wettbewerbe der Damen konzentrierten sich auf das Stil-Rudern, da „mann“ damals die Damen nicht zu Regatten zuließ. Aber für einen Zusammenschluss war die Zeit in Hildesheim noch nicht reif. Die Herren erreichten ihre ersten Siege unter dem Trainer Heinrich Reis.
Am Ende des Krieges stand der Club, wie viele andere Vereine, vor einem Scherbenhaufen: Boote und große Teile des Bootshauses waren zerstört.

1947 – 1957

Nach Kriegsende wurden die Damen gern aufgenommen. Mit vereinten Kräften und viel Enthusiasmus wurde die Instandsetzung des Bootshauses in Angriff genommen. Dank großzügiger Spenden wurden neue Boote angeschafft. Mit der beginnenden Motorisierung wurden neue Ruderreviere auf zahlreichen Wanderfahrten erschlossen.

1957 - 1967

Der Club wächst, es werden neue Boote angeschafft. Das Training der jungen Regattateilnehmer zeigt Erfolge. Sie erringen zahlreiche Siege auf der Regatten der benachbarten Rudervereine. Die Pokale im Bootshaus zeugen noch heute davon. Im Laufe der Jahre wurde es eng im Bootshaus. Der Platz für die Boote reichte nicht, die sanitären Anlagen waren nicht mehr zeitgemäß.

1967 - 1977

Die Erweiterung des bestehenden Bootshauses auf dem westlichen Ufer war aufgrund der geplanten Hafenerweiterungen nicht möglich. Nach langen Verhandlungen wurde 1968 dem HRC ein Gelände auf der gegenüberliegenden östlichen Seite von der Stadt Hildesheim zur Verfügung gestellt. Nach zwei Jahren Bauzeit fand 1970 der Umzug und die feierliche Einweihung statt. In den neuen Räumen und dem großzügigen Freigelände nahm der Club weiteren Aufschwung, die gemeinsame Kilometerleistung aller Ruderinnen und Ruderer stieg auf über 25.000 km im Jahr. Siege der Altherren-Mannschaft mit Klaus-Georg Stolzenberg, Jürgen Wotzka, Peter Stötter, Werner Tittelbach und Steuermann Günter Will werben für den Rudersport in Hildesheim.

1977 - 1987

Verstärkte Werbung, ein Trainer mit dem Wissen um die moderne Trainingslehre und motivierte Jugendliche prägen den Hildesheimer Regattasport in den 80er Jahren. Die Entfernung zu den besuchten Regattaplätzen wird größer, ein 7. Platz von Volker Steinberg bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in München ist der Lohn des Trainings. 1984 wird eine Erweiterung des Bootshauses und der Neubau der Bootshallen der Hildesheimer Schulen begonnen.

1987 – 1997

Die enge Verbundenheit mit den Hildesheimer Schulen führt zunächst nicht zum erhofften Aufschwung im Jugendrudern. 1990 wird Pascal Rowohl erster Landesmeister im Lgw. Junior A Einer in Otterndorf. Die Grenzöffnung führt die Wanderruderer in neue Welten zwischen Schwerin und Potsdam. Die lange Freundschaft mit Ruderern aus Berlin-Tegelort erfährt durch die Vergrößerung des Berliner Ruderreviers eine besondere Belebung. Die Wanderfahrten führen die Hildesheimer Ruderer auf Gewässer in aller Welt: Litauen, Kanada und Finnland stehen auf dem Programm.
Eine besondere Ära kennzeichnet die Zeit der Zusammenarbeit mit dem Deutschen Taubblindenwerk in Hannover-Kirchrode. Reinhard Schlenk, Werner Hintz und Georg Herrmann entwickelten mit dem Leiter des Taubblindenzentrums, Dietrich Bunck, ein Programm, dass es diesen schwerstbehinderten Menschen möglich machte, in der Sportart Rudern aktiv zu werden.

1997 – 2007

Die Altherren-Ruderer werden inzwischen Masters genannt. Die Hildesheimer Mastersruderei fand 1999 mit einem Sieg bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Doppelvierer mit Hartmut Reinke, Harald Walter, Gereon Max und Karsten Schulze ihren bisherigen Leistungshöhepunkt. Die Arbeit des jetzigen Trainers Hartmut Reinke trägt ihre Früchte. Eine starke Jugendgruppe mit viel Spaß beim wöchentlichen Training führt einige Ruderer im Juniorenbereich zu herausragenden Leistungen: 2005 erreicht Holger Schlünzen im Lgw. Junior A Einer in Duisburg einen 4. Platz, 2006 stehen Peter Schlünzen und Matthias Arnold nach einem 3. Platz im Lgw. Junior B Doppelzweier auf dem Bronze-Podest der Juniorenmeisterschaft in Essen. 2007 gewinnen Peter Schlünzen und Matthias Arnold den ersten nationalen Titel für den HRC im Lgw. Doppelvierer ohne.
Gemeinsam „schaffen“ die Ruderer inzwischen eine Jahres-Ruderleistung von über 50.000 km. Hierzu tragen natürlich auch die Freizeitruderer bei, die sich wöchentlich zu einer Ausfahrt auf dem Stichkanal treffen. Die Organisation der Wanderfahrten erreicht mit dem Wanderruderwart Wolf-Henning Voß eine ungeahnte Perfektion, nach den ruderischen Herausforderungen erwartet die Teilnehmer stets ein besonderer kultureller Genuss mit den Besonderheiten der besuchten Reiseziele.

2007 - 2017

2008 bezieht der Hildesheimer RC seinen Neubau, das moderne Ambiente lockt alte und neue Ruderer an den Stichkanal. Die Teilnahme an der Ferienaktion "Olympia-Camp" am Hohnsen im Zentrum der Stadt führt zu weiterer Bekanntheit und neuen, jungen Ruderinnen und Ruderern. Im gleichen Jahr erhält der HRC die Sportmedaille des Landes Niedersachsen als Auszeichnung für das vielfältige Sport- und Freizeitangebot.
Die Leistungssport-Abteilung führt die Jugendlichen zu neuen Höhen, über den Bundeswettbewerb für Jungen und Mädchen geht 's auf die Juniorenmeisterschaften. Im Jahr 2008 können Peter Schlünzen und Matthias Arnold den nächsten Meistertitel nach Hildesheim holen im Leichtgewichts-Doppelzweier, zusätzlich gewinnen sie noch Silber im Doppelvierer. Aber auch die nachfolgende Gruppe ist stark, so kommt es schon 2009 zum nächsten Titelgewinn durch Denis Bennecke, ebenfalls im Leichtgewichts-Doppelzweier. Nach einer kurzen Pause in 2010 kommt es 2011 zu weiteren Medaillen und 2012 zu zwei weiteren Titeln durch Jan-Frederik Schwier. Die guten Ergebnisse setzen sich bis 2015 fort und Denis Bennecke wird zweimal in die U23 Nationalmannschaft berufen.