Ruderwochenende in Nordenham

Im August 2017 fand in Nordenham die alljährliche tidenabhängige Regatta um die Strohauser Plate statt. Diesmal haben aus Hildesheim mit dem Boot Im Potte (als 4x+ geriggert), die Ruderer/innen Annette, Berthold, Ulrich und Markus mit der Steuerfrau Silvia ebenfalls an der Regatta teilgenommen. Als unser Schlachtenbummler war Cornelia mit.

Am Samstag um 12h war die offizielle Startzeit für die 27km lange Regattastrecke, da um ca. 13h die Flut mit Stauwasser endet. Gestartet wird mit der Flut vom Nordenhamer Ruderclub in Richtung Strohauser Plate. Die Fahrt zum Wendepunkt dort dauert ca. 1h sodass die Boote, die schnell genug rudern maximal Stauwasser, aber keine Gegenströmung durch die einsetzende Ebbe haben und auf dem Rückweg unterstützt die Ebbe die Ruderer.

Irgendwie haben es die 11 Boote aber nicht geschafft rechtzeitig ins Wasser zu gelangen, u. a. da an der Nordenhamer Pritsche immer nur maximal ein Boot gleichzeitig an- bzw. ablegen kann. So verzögerte sich der Startzeitpunkt auf ca. 12:15h und entsprechend gab es weniger Strömung dafür aber starken Gegenwind.

Kurz nach dem „fliegenden“ Start erruderte sich das Hildesheimer Boot die zweite Position und gewann ca. 5-6 Bootslängen Abstand zu der Altherrenmannschaft der Altwambüchener Ruderkameraden. Das erste Boot die „Jungveteranenmannschaft“ aus Altwarmbüchen war einfach zu schnell und setzte sich sofort souverän an die 1. Position. Wir hielten die 2. Position bis etwa 23km, doch dann war bei uns die Luft raus und die Herrenmannschaft ruderte an unserer Mixmannschaft vorbei. Am Ende siegten die Altwarmbüchener „Jungveteranen“ mit ca. 1:57h, dann deren „Altherren“ (ca. 55 Jahre im Durchschnitt, wie wir) mit ca. 2:02h, wir mit 2:05h und das nächste Boot mit ca. 2:16h.

Das war ein sehr anstrengendes Rennen, Gegenwind, Stauwasser, ständig von einem Gegner „gejagt“, aber zuguterletzt haben wir trotz des dritten Platzes einen Sieg für die beste Mixmannschaft errungen.

Übrigens nach dem Rennen haben wir mit unseren Gegnern gemeinsam bei den Klängen des Nordenhamer Shantychors bei einem Bier noch mal uns über das Rennen und die Strapazen sehr nett ausgetauscht. Das ist Kameradschaft unter Ruderern. Beruhigend war, dass für die Kameraden das Rennen genauso erschöpfend, wie für uns war.

Nach einem gemütlichen Abend mit den Nordenhamern, bei dem diese unser Gastgeschenke (Lockstedter) testeten ging es früh zu Bett, denn um 4 Uhr morgens war das Wecken angesetzt, damit wir um 5 Uhr mit der Ebbe zu einer Seehundbank in der Wesermündung rudern konnten.

Der Nordenhamer Ruderclub lieh uns einen breiten 3x+ ohne Steuer aus, den Silvia, Anette und Markus nur über Ruderbewegungen steuern konnten. Nachdem wir die Boote mit Lenzpumpen, Rettungswesten, Schwimmkörpern, etc. seetüchtig gemacht hatten, ging es um 5:45h auf die große Fahrt.

Für uns alle war es etwas Besonderes ganz dicht an ca. 350m langen und ca. 50m hohen Containerschiffen vorbeizufahren oder die wirklich großen Wellen (>2m) von Schleppern zu erleben. Aber das allertollste waren die neugierigen Seehunde. Immer in sicherem Abstand von 10-20m tauchten deren Köpfe auf und verfolgten und ca. 1 Minute lang mit ihren Blicken. Als wir dann in einer gebührenden Entfernung von ca. 200m an der Seehundbank vorbeiruderten, gab es bei den ca. 20 Tieren ein wenig Bewegung und etwa die Hälfte ging ins Wasser und hat uns näher beobachtet. Nach ca. 22km und 2 Stunden Fahrt konnten wir dann in ein Priel rudern und die Rückkehr über das Watt antreten. Mittlerweile hatte schon die Flut eingesetzt, aber diese war noch nicht hoch genug, denn schon nach ca. 4km hatten wir keine Chance mehr mit Ruderbewegungen uns fortzubewegen, da das Boot auf Sand lag. Wir mußten alle in Wasser und zogen das Boot auf das Watt. Die Zwangspause konnten wir für unser zweites Frühstück nutzen.

Es ist schon faszinierend, wie schnell die Flut kommt. Gut dass wir ein Boot mit hatten, denn so nach ca. 30 Minuten war auf einmal überall Wasser und wir sind, da wir die unterschiedlichen Wassertiefen nicht mehr erkennen konnten lieber ins Boot gestiegen und haben abgewartet, bis wir das Boot mit Ruderbewegungen wieder vorwärts bewegen konnten.

Mit mehreren Zick-Zack-Manövern erreichten wir endlich das Fahrwasser der Weser und konnten mit der Flut die Heimfahrt zum Nordenhamer Ruderclub antreten, wo Berthold schon wartete und uns half das Boot rauszuholen.

Vielen Dank an die Teilnehmer/innen der Regatta sowohl für die Organisation, Versorgung sowie das Durchhalten beim Rennen und der kleinen Wanderfahrt aber vor allem an den Nordenhamer Ruderclub (vor allem an Holger und Christoph), der uns sehr herzlich aufgenommen hat und uns das Boot zur Verfügung stellte. Es war ein schönes aber anstrengendes Wochenende.

Markus Königshofen (Fotos Annette Schulz)

Der vollständige Bericht ist im HRC-Info 3/2017 nachzulesen.

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