Weser-Marathon

Dieses Jahr war der Start in Hildesheim früh, sehr früh. Um halb fünf in der Frühe. Dennoch waren alle 9 Ruderer pünktlich da, die Sonne ging gleich auf und die Fahrt zügig ohne Hänger, aber mit Schlaf nachholen. Dankenswerterweise hatten die Sehnder unsere Boote schon am Vortag mitgenommen und an der alten Kaserne in Han. Münden abgelegt. Nicht nur abgelegt, auch gleich aufgeriggert! Und Ulrich als 10. Ruderer sowie Kornelia mit Wohnmobil zur Begleitung standen schon erwartungsvoll parat.

Eine Mannschaft (Im Potte) hatte sich die 135-km-Strecke bis Hameln vorgenommen. Also sind wir gleich um halb sieben aufs Wasser. Das zweite Boot Schorse musste im Gedrängel etwas warten, aber fuhr auch nur harmlose 80 km bis Holzminden. Der zauberhafte Morgennebel schwebte anfangs übers Wasser, dann nur herrliches Sommerwetter. Andere Boote aus dem ganzen Norden sind schon unterwegs oder folgen uns. Und natürlich haben sich jede Menge Kanuten eingefunden, sodass der Steuermann am Anfang alle Hände voll zu tun hat, um passend auszuweichen. Doch schnell vergisst man die Zeit, wenn die Weser einen stetig mitzieht, die Meander sich von Kurve zu Kurve ähnlich wiederholen, aber doch immer wieder einen anderen Blick bieten. Dann immer wieder Schafsherden mit lauter frisch geworfenen Lämmern.

Ein erstes Hallo mit dem Landdienst gibt es in Gieselwerder, wo es einen bequemen Anleger mit Toilettenmöglichkeit gibt. Und nach 28 km die erste Brücke mit Blick von oben auf die Ruderer. Der Zeitabstand unserer beiden Boote war beim Einsetzen deutlich, also auch hier mit Abstand. Unsere Sehnder Freunde haben wir erst am Ziel getroffen, da die einen deutlich früher als wir gestartet waren, die anderen deutlich später.

Mittagspause gab es in Bad Karlshafen. Im Sportboothafen war der wackelige Anleger für Motorboote mehr schlecht als recht benutzbar, aber mit ein wenig Geschick war es für alle ganz gut zu meistern. In Beverungen fahren wir am ersten Zielpunkt vorbei, den viele Kanuten ansteuern, die mit der 53-km-Stecke zufrieden sind. Vielleicht auch für die Handvoll Stand-Up-Padler, die wir gesehen haben?

Für uns verfliegt die Zeit wie im Fluge und schon findet man sich beim Ruder-Club Holzminden wieder, wo es nach dem Aussetzen Bratwurst oder Kuchen bei Biergartenstimmung gibt. Oder schon in Polle und Bodenwerder auf dem Weg nach Hameln. Dort irgendwo merkt man dann, dass Hintern oder Hände anfangen, sich „unangenehm“ anzufühlen. Aber kurz nach 17 Uhr haben wir uns alle in Hameln getroffen, um die Boote wieder mit Hilfe der Sehnder zu verladen.

Erstaunlich, wie gut alles geklappt hat (oder gab es etwa zu viele Pinkelpausen? Zu wenig Steuermannswechsel?) und wie gelassen so ein mehr oder minder anstrengender Tag dahin fließen kann.

Friedrich Weskott

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