So schnell konnte man gar nicht schauen! – Die Plätze auf der Anmeldeliste für die Wanderfahrt mit den Hildesheimer Ruderfreunden auf der Weser war blitzschnell ausgebucht.
Wie immer war die Fahrt über Christi Himmelfahrt geplant. Und wie immer ein absolutes Highlight für uns Seeruderer. Dieses Jahr waren die Hildesheimer mit der Planung dran.
Acht Ruderinnen und Ruderer vom ÜRC machten sich am 13. Mai mit dem Vereinsbus auf den Weg nach Hann. Münden, die Drei-Flüsse-Stadt, wo die Fulda und die Werra zusammenfließen und die Weser bilden. Thomas, der Neunte in der Überlinger Runde, fuhr mangels Platz mit dem Zug in den Norden; er war für den Landdienst engagiert.
Die Freude war groß, als sich die beiden Ruderclubs mit acht Überlingern und fünf Hildesheimern nach einem Jahr wieder trafen. Und noch größer, als man dann am nächsten Tag gemeinsam im Boot saß. Selbst Regen und Kälte konnten den 13 Ruderern nichts anhaben. Dick eingemummelt in Regenhose und Regenjacke – von wegen eng anliegende Sportkleidung bevorzugt – ging es über 45 km flussabwärts nach Bad Karlshafen. Drei Boote waren dem Schleusenwärter in der kleinen barocken Kurstadt gemeldet, zwei passten maximal in die Schleuse. Nachdem die ersten beiden Boote geschleust waren, hoffte die Crew im dritten Boot nun auch in die Schleuse einfahren zu dürfen. Aber die Ampel blieb hartnäckig auf Rot. Nach einer gefühlten Ewigkeit nahm die frierende Mannschaft im Schacht per Handy Kontakt mit den anderen auf. Und man kann es kaum glauben – der Schleusenwärter hatte das dritte Boot vergessen. Nun blinkte die Lampe schnell auf grün und das dritte Boot fand zu den anderen im kleinen Hafen.
Weiter ging es am 2. Tag über 45 km nach Heinsen, vorbei an der alten Hansestadt Höxter, an der Porzellanmanufaktur Fürstenberg, an der Reichsabtei Corvey, jetzt Weltkulturerbe, vorbei an weidenden Kühen und Schafen, vorbei an Idylle pur. Regen, Kälte und Wind konnten uns nichts anhaben. Denn die Sonne schien immer wieder und wärmte und trocknete. Immer wieder querte eine Fähre am Seil den Fluss, meist mit nur einem Auto drauf. Auf die Mittagspause haben sich immer alle besonders gefreut, denn Thomas, unser Landdienstler überraschte uns mit lauter Köstlichkeiten an einem liebevoll zubereiteten Buffet. In dem kleinen Dörfchen Heinsen fand der Tag im Biergarten direkt an der Weser mit viel Lachen und Erzählen seinen Ausklang.
Am Tag 3 ruderten wir von Heinsen nach Hameln. Eine kurze Pause wurde am Steg in Bodenwerder, der Heimat von Baron Münchhausen eingelegt. Dirk, unser erfahrener Reiseleiter aus Hildesheim, der die Fahrt organisiert hatte, prophezeite uns starken Gegenwind auf den letzten 7 km vor Hameln. Und wie es kommen sollte, kam es auch. Ein eiskalter starker Nordwind machte das Rudern auf den letzten Kilometern schwer, die Skulls drohten aus den Händen zu gleiten. Aber auch das war dann geschafft.
Am Ruderclub in Hameln nahm uns Thomas wieder in Empfang. Die Boote wurden verladen und die ganze Mannschaft fuhr nach Hildesheim. Wir wollten doch den Hildesheimer Ruderclub kennenlernen. Von den alten Hasen von vor 40 Jahren ist ja nun niemand mehr dabei. Katarzyna entpuppte sich als versierte Stadtführerin und Erich als der perfekte Griller.
In Stockbetten schliefen wir selig die letzte Nacht unserer Rudertour nach 135 km und wir freuen uns schon auf das kommende Jahr. Die Planung liegt dann bei uns!
Gabriele Heidenreich vom ÜRC Überlingen





